Kraftsport

Kraftsport ist durchaus weit verbreitet, als Wettkampfsport jedoch wenig bekannt. Königsdisziplin des Wettkampf-Kraftsportes ist der Kraftdreikampf. Tiefkniebeuge, Bankdrücken und Kreuzheben gehören dazu. Wettkämpfe gibt es aber auch in den Einzeldisziplinen Bankdrücken und Kreuzheben. Sogar in Disziplinen wie Strict Curl und Ceating Curl messen Kraftsportler mittlerweile auch deutschlandweit nach einheitlichen Wettkampfregeln ihre Kräfte.

Längst hat auch das vermeintlich „schwache“ Geschlecht – wie in vielen Sportarten – diese einstige Männerdomäne erobert und zeigt Leistungen, die begeistern.

Das Wettkampfsystem untergliedert sich für Kraftdreikampf, Bankdrücken und Kreuzheben in Landesmeisterschaften (z. T. auch bis hinunter zu Bezirksmeisterschaften), deutsche Meisterschaften, Europa- und Weltmeisterschaften (EM/WM nicht für Kreuzheben). In Deutschland kämpfen Mannschaften auch in Landesligen und in einer Bundesliga. Kraftdreikampf und Bankdrücken sind keine olympischen Disziplinen, sind allerdings Teil der World Games, der Spiele in den nichtolympischen Disziplinen.

Es gibt Wettkämpfe für

  • Jugend (14 – 17 Jahre),
  • Junioren (18 – 23 Jahre),
  • Aktive (24 – 39 Jahre) und
  • Senioren/Masters (ab 40 Jahre in 4 Altersklassen).

Wie beim Boxen, Ringen, Gewichtheben oder Judo wird in verschiedenen Gewichtsklassen gestartet. Sieben Gewichtsklassen gibt es bei den Frauen (von bis 47 kg bis 84 kg plus) und acht bei den Männern (von bis 59 kg bis 120 kg plus). Im Jugend- und Juniorenbereich gibt es jeweils noch eine weitere leichte Klasse zusätzlich.

Gewertet wird jeweils innerhalb einer Gewichtsklasse. Jedoch gibt es über das detailierte System der Relativpunktewertung (Wilks-Punkte), die Möglichkeit, die Leistung leichterer mit denen schwerer Sportler zu vergleichen. Bei den meisten Wettkämpfen gibt es daher nicht nur Sieger und Platzierte in den einzelnen Gewichtsklassen, sondern auch eine(n) Relativpunktbeste(n), der aus allen Gewichtklassen ermittelt wird.

Inzwischen mündete der zunehmende Trend, ohne unterstützendes Equipment (spezielle Anzüge für Kreuzheben/Kniebeugen, spezielle Bankdrückshirts, feste Wickelbandagen für die Knie) in eigenen Wettkämpfen, in denen nur sozusagen „RAW“ gestartet wird.

Welches Equipment eingesetzt werden darf, ist von Verband zu Verband unterschiedlich. Denn wie im Boxen gibt auch im Kraftsport unterschiedliche Verbände. Von der Verwendung von ausschließlich einlagigen Materialien, wie sie die IPF/EPF vorschreibt - der über den Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer (BVDK) auch die Abteilung Kraftsport des USV TU Dresden angehört - geht es bis zu mehrlagigen Materialien, die gerade beim Bankdrücken durchaus erhebliche Leistungssteigerungen bringen. Minimale Unterschiede zwischen den einzelnen Verbänden finden sich auch beim Regelwerk (Technik, Kampfrichterwesen, Altersklasse udgl.) und auch bei der Dopingprävention, in der sich die der IPF/EPF angehörenden Verbände - so auch der BVDK - intensiv engagiert.